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Ein Wochenende unter Freunden: Music from Scotland 2026

Kurzüberblick: Seit 2014 gehört „Music from Scotland“ fest zum Kalender der Highland Dragons. In diesem Jahr reisten wir mit 19 Musikerinnen und Musikern nach Oering und präsentierten neben unserem erfolgreichen Competition Set erstmals unsere Fassung des berühmten „Dream Valley“-Finales von Inveraray & District. Ein Wochenende mit vielen Proben, besonderen musikalischen Momenten, alten Freundschaften und einer ziemlich langen After-Show-Party.

Lesezeit: ca. 6 Minuten

„Music from Scotland“ gehört inzwischen fest in unseren Bandkalender. Seit 2014 reisen die Highland Dragons regelmäßig in den Norden, um gemeinsam mit befreundeten Pipe Bands einen langen Abend voller schottischer Musik zu gestalten. Auch am vergangenen Wochenende führte uns der Weg wieder nach Oering – dieses Mal mit zwölf Pipern, vier Snares, zwei Tenors und einer Bass.

Die Geschichte der Veranstaltung reicht allerdings deutlich weiter zurück. „Music from Scotland“ wurde bereits 1987 in Itzstedt ins Leben gerufen und entwickelte sich dort zu einem festen Treffpunkt der deutschen Pipe-Band-Szene. Viele Jahre fand der Benefizabend in Juhls Gasthof statt. Nach einer pandemiebedingten Pause folgte 2022 der Neustart in der größeren Halle am Mehrgenerationenhaus in Oering.

Mit dem neuen Ort übernahm der Förderverein der Gemeinde Oering die Organisation. Mit viel ehrenamtlichem Engagement kümmern sich seine Mitglieder darum, dass aus einer Sporthalle für einen Abend ein Konzertsaal wird. Der Eintritt ist frei, die beteiligten Musikerinnen und Musiker spielen ohne Gage und die Besucher können für die Arbeit des Vereins spenden. Mit den Einnahmen werden nachhaltige Projekte, Vereine und Einrichtungen in Oering unterstützt.

Die musikalische Ausrichtung und die Gesamtleitung des Abends liegen bei den Hamburg Caledonian Pipes and Drums. Sie stellen das Programm zusammen, koordinieren die beteiligten Bands und sorgen dafür, dass Proben, Einzelauftritte und Massed Band ineinandergreifen. Auch in diesem Jahr haben sie diese umfangreiche Aufgabe wieder hervorragend gemeistert.

Wie für uns alles begann

Dass „Music from Scotland“ auch für die Highland Dragons zu einer Tradition wurde, begann 2014. Bei einem Workshop sprach Gunnar, der damalige Pipe Major der Hamburg Caledonian Pipes and Drums, Andrea am Abend an: In Itzstedt gebe es seit vielen Jahren eine lockere Benefizveranstaltung mit mehreren Pipe Bands – ob wir nicht auch einmal kommen wollten.

Wir wollten.

Bei unserer ersten Teilnahme bestand die Reisegruppe aus Andrea an der Pipe, Lukas an der Snare, Peter am Tenor und Markus an der Bass. Aus diesem kleinen Quartett entwickelte sich eine Verbindung, die bis heute besteht. Seitdem ist das Wochenende für uns nicht nur ein Auftritt, sondern immer auch ein Wiedersehen mit vielen Menschen, die wir teilweise schon seit Jahren kennen.

Ankommen, proben und wiedersehen

Für uns begann das diesjährige Wochenende bereits am späten Freitagnachmittag. Nach der Anreise bezogen wir entweder unsere Unterkunft oder wurden von den Familien begrüßt, bei denen wir übernachten durften. Später trafen sich Musikerinnen und Musiker in der Halle zum gemütlichen Beisammensein.

Der Samstag begann um 11 Uhr mit der Probe der Drummer. Um 12.30 Uhr kamen alle Beteiligten zusammen, bevor ab 13 Uhr die einzelnen Bands ihre Auftritte vorbereiteten.

Unsere Probe war für 15 Uhr angesetzt. Die Technik hatten wir bereits am Vormittag aufgebaut – und die fiel dieses Mal etwas umfangreicher aus als bei einem klassischen Pipe-Band-Auftritt. Neben Pipes und Drums hatten wir ein Schlagzeug, einen E-Bass, eine Gitarre, eine Flöte und ein Gesangsmikrofon mitgebracht. Alles musste angeschlossen, über das Mischpult abgenommen und klanglich aufeinander abgestimmt werden.

Nach unserer Bandprobe folgte noch die Vorbereitung des Drum Salutes. Anschließend versammelten sich alle beteiligten Bands zur gemeinsamen Stell- und Spielprobe der Massed Band: die Drums auf der Bühne, die Pipes davor.

Dann konnte das Publikum kommen.

Gemeinsam eröffnet

Um 18 Uhr öffneten sich die Türen, eine Stunde später begann das Programm. Den Auftakt gestaltete traditionell die Massed Band unter der Leitung der Hamburg Caledonian Pipes and Drums. Zahlreiche Piper und Drummer verschiedener Bands standen gemeinsam in und vor der Bühne und eröffneten den Abend mit jener Klangfülle, die nur entsteht, wenn viele Pipes und Drums gleichzeitig einsetzen.

Danach gehörte die Bühne abwechselnd den einzelnen Formationen. Unser eigener Auftritt war für 22 Uhr vorgesehen. Die angekündigten 15 Minuten hielten wir dabei selbstverständlich fast ein – wir überzogen wirklich nur minimal.

Bei unserer Ankündigung durfte auch der jüngste Competition-Erfolg nicht fehlen: In Trebsen hatte unsere A-Band wenige Wochen zuvor mit dem neuen MAP-Tunes-Set den dritten Platz in Grade 4A und mit dem 4/4-Competition-Set den ersten Platz in Grade 4B erreicht.

Von „100 Pipers“ bis zum Competition Set

Unser Programm begann mit „100 Pipers“. Zunächst waren Flöte, Gitarre und Gesang zu hören, anschließend kamen E-Bass und Schlagzeug hinzu. Dann marschierte die Pipe Band ein, die Drums setzten ein, es folgte ein Pipe-Solo – und schließlich spielten alle gemeinsam.

Danach wurde es ruhiger. Bei den Slow Marches „Morag of Dunvegan“ und „Mingulay Boat Song“ verbanden sich Pipes und Drums erneut mit unserer Musikgruppe. Die Stücke hätten sich durchaus zum Walzertanzen geeignet. Allerdings hat auch dieses Mal niemand diese Gelegenheit genutzt. Wir geben die Hoffnung trotzdem nicht auf.

Anschließend präsentierten wir das Competition Set, mit dem wir kurz zuvor in Trebsen angetreten waren.

Für den nächsten Programmpunkt griff unsere Pipe Major Andrea noch einmal zum Mikrofon. Sie erinnerte an den Sieg der Inveraray & District Pipe Band bei den World Pipe Band Championships 2025. Für besonderes Aufsehen hatte damals das außergewöhnliche Ende ihres inzwischen berühmten „Dream Valley“-Medleys gesorgt.

Andreas Urteil war eindeutig: Ein geniales Stück – das müssen wir auch spielen.

Also hatten wir uns an eine möglichst originalgetreue Umsetzung des Medley-Endes gewagt. In Oering erlebte unsere Fassung von „My Dream Valley on the Road to Glendaruel“ nun ihre Uraufführung. Ein ruhiger, ungewöhnlicher und musikalisch anspruchsvoller Moment, der auch bei einigen anwesenden Musikerinnen und Musikern der anderen Bands Wirkung zeigte.

Zum Abschluss unseres Auftritts spielten wir „The Green Hills of Tyrol“. Das Stück gehört eigentlich zum gemeinsamen Repertoire der Massed Band. Wir präsentierten es jedoch in unserer eigenen Fassung – mit Gesang und Musikgruppe.

„Dream Valley“ und „Green Hills“ sorgten nicht nur im Publikum für große Aufmerksamkeit. Auch bei einigen Spielern der anderen Bands blieben die Augen nicht ganz trocken. Ein größeres Kompliment hätten wir für diese beiden Stücke kaum bekommen können.

Gemeinsam beenden – und anschließend weiterfeiern

Nach den Auftritten der einzelnen Bands versammelten sich alle Musikerinnen und Musiker erneut zur Massed Band. Auch das Drum Corps durfte sich beim gemeinsamen Drum Salute noch einmal in den Mittelpunkt spielen.

Damit war der offizielle Teil des Abends beendet. Es folgten das große Gruppenfoto und das gemeinsame Einräumen von Instrumenten und Technik. Ruhig wurde es danach allerdings noch lange nicht: Bei der After-Show-Party wurde weiter Musik gemacht, erzählt und gefeiert. Für einige Mitglieder unserer Band dauerte der Abend bis gegen vier Uhr morgens.

Am Sonntagvormittag hieß es schließlich Abschied nehmen. Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg nach Ostwestfalen-Lippe – müde, aber mit vielen schönen Eindrücken und einigen besonderen musikalischen Momenten im Gepäck.

Unser Dank gilt dem Förderverein der Gemeinde Oering für die großartige ehrenamtliche Organisation, den Gastfamilien für ihre herzliche Aufnahme und ganz besonders den Hamburg Caledonian Pipes and Drums für die musikalische Leitung und einen erneut hervorragend gestalteten Abend.

Und der nächste Termin steht bereits fest: Am 9. Oktober 2027 kehren wir nach Oering zurück. Dann feiert „Music from Scotland“ sein 40-jähriges Bestehen.

Wir freuen uns darauf.

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