Wenn man seit zwanzig Jahren mit einer Veranstaltung verbunden ist, fühlt es sich irgendwann ein wenig wie ein Wiedersehen mit alten Freunden an. So geht es uns bei den Highland Games in Lüerdissen.
Seit 2006 dürfen wir die Veranstaltung musikalisch begleiten. Nachdem die Highland Games während der Corona-Pandemie zwei Jahre lang pausieren mussten, waren wir in diesem Jahr bereits zum 18. Mal dabei.Das kleine Waldstadion in Lemgo-Lüerdissen verwandelte sich auch in diesem Jahr wieder in ein Stück Schottland mitten in Lippe. Clans traten in den Highland Games gegeneinander an, Familien konnten sich bei den Familien-Highland-Games messen, und überall auf dem Gelände waren Kilts, Tartans und schottische Klänge zu sehen und zu hören.
Besonders beeindruckend ist dabei jedes Jahr aufs Neue das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des VfL Lüerdissen. Mit viel Herzblut organisieren sie eine Veranstaltung, die weit über einen gewöhnlichen Wettkampf hinausgeht. Dass die Highland Games seit vielen Jahren Besucher aus der gesamten Region anziehen, ist nicht zuletzt ihrem Einsatz zu verdanken.
Das Wetter stellte Teilnehmer und Besucher in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Bereits am Samstag zeigte das Thermometer Temperaturen von rund 30 Grad, und die nahezu stehende Luft machte die Hitze zusätzlich spürbar. Um unseren Musikerinnen und Musikern etwas Schatten zu bieten, stellten wir kurzerhand unser Bandzelt ohne Seitenwände direkt auf dem Gelände auf. Leider hatte das Zelt den nächtlichen Regen von Samstag auf Sonntag nicht unbeschadet überstanden und stand uns am zweiten Veranstaltungstag nicht mehr zur Verfügung. Zum Glück sorgte am Sonntag wenigstens ein angenehmer Wind für etwas Abkühlung.
Musikalisch waren wir an beiden Tagen mehrfach auf dem Gelände unterwegs. Wie gewohnt begleiteten wir den Einzug der Clans und spielten vor den jeweiligen Siegerehrungen. Darüber hinaus gestalteten wir am Samstag zwei weitere Auftritte auf dem Gelände und waren am Sonntag noch einmal mit einem zusätzlichen Konzert zu hören.
Auch zwischen den offiziellen Auftritten blieb die Musik präsent. Am Samstag zogen zwei Piper und zwei Snare Drummer über das Gelände und sorgten an verschiedenen Stellen für schottische Klänge. Am Sonntag mischte sich zusätzlich immer wieder der Klang der Practice Chanter unter das Stimmengewirr auf dem Platz, während Spieler übten oder interessierten Besuchern die ersten Schritte auf dem Instrument zeigten.
Besonders gefreut hat uns dabei die Begegnung mit einem Besucher, der Interesse am Dudelsackspielen zeigte. Noch vor Ort konnte er erste Erfahrungen auf dem Practice Chanter sammeln. Vielleicht war dies der Beginn einer neuen musikalischen Reise – wir würden uns jedenfalls freuen, ihn irgendwann wiederzusehen.
Natürlich durfte auch unser kleines Bandmaskottchen nicht fehlen. Wie gewohnt hatte der Stoffdrache seinen Platz auf der Bass Drum eingenommen und wurde von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern fotografiert.
Eine ganz besondere Atmosphäre herrschte am Sonntag bei den Familien-Highland-Games. Mit viel Begeisterung erfanden die teilnehmenden Kinder eigene Clan-Namen, entwickelten Schlachtrufe und stellten sich mutig den verschiedenen Herausforderungen. Dabei wurde deutlich, worum es in Lüerdissen eigentlich geht: um Gemeinschaft, Spaß und die Freude daran, gemeinsam etwas zu erleben.
Nach zwei heißen, aber sehr schönen Tagen traten wir schließlich die Heimreise an. Wir bedanken uns herzlich beim VfL Lüerdissen, den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Clans, den Besucherinnen und Besuchern sowie allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung.
Nach zwanzig Jahren fühlen sich die Highland Games in Lüerdissen für uns längst nicht mehr wie ein gewöhnlicher Auftritt an. Umso mehr freuen wir uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder Teil dieses besonderen Wochenendes sein durften.
